Umbau des Frauenhauses Bergisch Gladbach / VR Bank spendet 2.500 Euro

Bergisch Gladbach, 02.06.2015

Foto (VR Bank): v.l.: Markus Fischer (Marketingleiter VR Bank eG Bergisch Gladbach), Michaela Fahner (Gleichstellungsbeauftragte Stadt Bergisch Gladbach), Gerda Gehlen (Leiterin des Frauenhauses Bergisch Gladbach) und Marcel Drack (Geschäftsstellenleiter VR Bank eG Bergisch Gladbach)

Bergisch Gladbach. Geschäftsstellenleiter Marcel Drack und Marketingleiter Markus Fischer von der VR Bank eG Bergisch Gladbach haben der Leiterin des Frauenhauses Bergisch Gladbach, Gerda Gehlen, eine Spende von 2.500 Euro überreicht. Mit diesem Geld sowie weiteren Zuwendungen der Stiftung Deutsches Hilfswerk, Bürger für uns Pänz sowie privater Spender wurde das Frauenhaus in den letzten sieben Monaten umgebaut.

Der Umbau der Räumlichkeiten war ein Projekt, wie es im Frauenhaus nicht alle Tage vorkommt. So entstanden zwei moderne Bäder, ein zusätzliches Beratungsbüro, eine Teeküche sowie ein multifunktionaler Gruppenraum. Insgesamt kostete die Baumaßnahme 109.000 Euro. „Wir sind alle sehr glücklich mit dem Ergebnis. Die neuen Räumlichkeiten bringen enorme Erleichterungen für unsere tägliche Arbeit“, erläutert Leiterin Gerda Gehlen. Die letzte Erweiterungsmaßnahme fand 2010 statt.

Seitens der Stadtverwaltung nahm die Gleichstellungsbeauftragte Michaela Fahner an der Spendenübergabe teil. Sie setzt sich seit langem für die Belange des Frauenhauses und die Akquise von Spenden ein. „Als Gerda Gehlen und Michaela Fahner an uns herantraten, war gleich klar, dass wir dieses Projekt unterstützen werden“, sagt Geschäftsstellenleiter Marcel Drack der VR Bank. „Unser Credo lautet: ‚Was einer alleine nicht schafft, das erreichen viele gemeinsam‘. Wir fördern daher das gesellschaftlich wichtige soziale Engagement in unserer Region. Und wir freuen uns, dass wir auch in diesem Fall helfen konnten.“

Seit über 20 Jahren finden Frauen, die in ihrem Umfeld bedroht, körperlich oder seelisch misshandelt werden, im Bergisch Gladbacher Frauenhaus Schutz, Hilfe und eine vorübergehende Wohnmöglichkeit. Für maximal neun Frauen mit ihren Kindern bietet die anonyme Zufluchtsstätte Räumlichkeiten. Das sind bis zu 25 Personen, die in jeweils eigenen Zimmern auf drei Etagen beherbergt werden können. „Viel mehr geht leider nicht“, erläutert Gerda Gehlen. Fortwährend wohnen hier Frauen unterschiedlichsten Alters sowie verschiedenster Nationalitäten und Glaubensrichtungen zusammen. Der ständige Wechsel und das Zusammenleben auf engstem Raum bergen Konfliktpotenzial. Gerda Gehlen: „Das ist für alle Frauen eine zusätzliche Belastung.“ Mit Hilfe der neuen Raumaufteilung konnte die Situation weiter entspannt werden. „Man kann sagen: wir verfügen inzwischen über einen modernen Jugendherbergsstandard“, freut sich die Frauenhausleiterin.

Vier Sozialpädagoginnen, eine Erzieherin und eine Verwaltungskraft helfen den Frauen dabei, ihre Erfahrungen zu verarbeiten und beim Versuch sich eine gewaltfreie Zukunft aufzubauen. Sie unterstützen bei Behördengängen, Sprachhindernissen und bei der Arbeits- und Wohnungssuche. Gerda Gehlen: „Die angespannte Lage am Wohnungsmarkt macht uns derzeit vor allem die Wohnungssuche schwer.“ Die durchschnittliche Verweildauer im Frauenhaus beträgt daher aktuell vier bis sechs Monate.

Wer im Frauenhaus Hilfe sucht, sei es um dort vorübergehend unterzukommen oder vorerst nur Beratung zu bekommen, kann dies telefonisch unter der Nummer 02202 42682 tun. Zudem kann man sich auf der Homepage www.frauenhelfenfrauen-gl.de informieren. Die Adressdatenbank der Landesarbeitsgemeinschaft Autonomer Frauenhäuser NRW ermöglicht unter www.frauen-info-netz.de, landesweit schnell und unkompliziert z.B. Frauenhäuser, Beratungsstellen und Notdienste ausfindig zu machen und Kontakt aufzunehmen.