Kreis und Genossenschaftsbanken stellen neues Solardachkataster vor

Bergisch Gladbach, 15.01.2014

(v.l.) Hans-Jörg Schaefer (Volksbank Rhein-Wupper eG), Lothar Uedelhoven (VR Bank eG Bergisch Gladbach), Landrat Dr. Hermann-Josef Tebroke, Manfred Habrunner (Bensberger Bank), Markus Otto (Hauptgeschäftsführer Kreishandwerkerschaft Bergisches Land), Thomas Büscher (VR Bank eG Bergisch Gladbach)

Internetanwendung lässt schnell Potenzial des eigenen Hauses erkennen
Hausbesitzer können ab sofort mit nur wenigen Klicks herausfinden, ob ihr Dach zur Erzeugung von Strom und Wärme durch die Sonne geeignet ist. Dafür sorgt das neue Solardachkataster im Internet, das am Dienstag bei der VR Bank eG Bergisch Gladbach vorgestellt wurde. Die Farben Grün, Gelb, Orange und Rot lassen gleich erste Schlüsse zu. Wer weiterklickt kann sofort errechnen lassen, wie groß die nutzbare Fläche ist, wie viel Strom oder Wärme erzeugt werden können, wie hoch die Investitionskosten sind und mit welcher Rendite zu rechnen ist. Die neue Internetanwendung bietet einen echten Mehrwert für die Menschen im Kreis und reduziert durch die leichte Bedienung etwaige Barrieren beim Einstieg in die erneuerbaren Energien. Realisiert wurde das Projekt gemeinsam vom Rheinisch-Bergischen Kreis sowie der VR Bank eG Bergisch Gladbach, der Bensberger Bank, der Volksbank Rhein-Wupper und der Volksbank Remscheid-Solingen. Die Genossenschaftsbanken finanzierten das gesamte Projekt. Für den Rheinisch-Bergischen Kreis entstanden dank dieses Engagements keine Kosten.

Meiste Energie fließt in Wärmeerzeugung
Eine große Bedeutung haben die erneuerbaren Energien besonders für die Umwelt. Der Einsatz von Sonne sowie Biomasse reduziert Emissionen und schont die endlichen Ressourcen. „Die Sonnenenergie ist eine wichtige Ressource, um die Energiewende zu schaffen“, erklärt Landrat Dr. Hermann-Josef Tebroke. „Sie gelingt aber nur, wenn auch private Hauseigentümer mitziehen und auf ihren Dächern Strom und Wärme erzeugen.“ Im Rheinisch-Bergischen Kreis wird mit 49 Prozent die meiste Energie für die Erzeugung von Wärme verbraucht. Strom schlägt mit 16 Prozent zu Buche. Diese Zahlen förderte das Integrierte Klimaschutzkonzept jüngst zu Tage. Durch den Einsatz erneuerbarer Energien lässt sich Wärme und Strom sauber produzieren. „Ich hoffe“, sagt der Landrat, „dass sich durch den komfortablen Einstieg, den das Solardachkataster bietet, mehr Menschen mit den Möglichkeiten der erneuerbaren Energien auseinandersetzen.“

Potenzial ist in der Region vorhanden. Das verdeutlicht eine Zahl eindrucksvoll. Sollten alle geeigneten Dächer im Kreis mit Photovoltaikanlagen ausgerüstet werden, könnte Strom für 415.000 Menschen produziert werden. Insgesamt gibt es im Kreis 154.890 Gebäude. Von diesen sind 49.687 (32,08 Prozent) gut geeignet, um Strom und Wärme zu produzieren, weitere 33.895 (21,88 Prozent) eignen sich immer noch gut. Ein riesiges Potenzial also, das es zu nutzen gilt.

Genossenschaftlicher Gedanke
Die Volksbanken sind bei diesem Vorhaben Partner erster Wahl: Denn sowohl bei ihnen als auch bei der Energiewende steht der genossenschaftliche Gedanke im Vordergrund. „Wir möchten die Unabhängigkeit jedes einzelnen Menschen fördern“, erklärt Thomas Büscher, Vorstand der VR Bank eG Bergisch Gladbach, das Engagement seines Hauses und der drei weiteren Genossenschaftsbanken. „Bei dem Wunsch, umweltfreundliche Energie zu erzeugen und diese dann selber zu nutzen, möchten wir ganz im Sinne der genossenschaftlichen Idee ,Hilfe zur Selbsthilfe‘ leisten.“ Außerdem, so der Bankvorstand, arbeite man eng mit dem regionalen Handwerk zusammen. Das Solardachkataster eröffnet darüberhinaus die Option, sich durch die Genossenschaftsbanken über Finanzierungsmöglichkeiten wie beispielsweise Förder- und Sonderkreditprogramme beraten zu lassen.


Wirtschaftsförderung für einheimische Unternehmen
„Das Solardachkataster ist Wirtschaftsförderung für die Handwerksunternehmen in der Region“, weiß Marcus Otto, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land. Das große Know-how der einheimischen Unternehmen lässt sich übrigens im Bergischen Energiekompetenzzentrum auf der Leppe in Lindlar in Augenschein nehmen. Dort zeigen die Handwerker ihre Kompetenzen rund um die erneuerbaren Energien und Besucher können sich dort auf über 700 m² über die verschiedenen Techniken informieren sowie die für sie passende auswählen. Einem klassischen Vier-Personen-Haushalt eröffnet der Einsatz erneuerbarer Energien die Möglichkeit, bis zu 1.000 Euro pro Jahr an Energiekosten zu sparen, rechnete Markus Otto vor.

Wenn das nicht gute Anreize sind: Geld sparen und gleichzeitig die Umwelt entlasten. Mit dem neuen Solardachkataster fällt es leicht, in das Thema einzusteigen und die ersten Schritte zu gehen. Das Solardachkataster ist zu finden auf den Internetseiten der VB Bank (www.vrbankgl.de/solar) und des Kreises (www.solare-stadt.de/rbk).