Die ersten sechs Monate meiner Ausbildung zum Immobilienkaufmann

Ein Bericht von Richard Jahns

Nach den ersten vier Einführungstagen bin ich direkt in die Immobilienabteilung der VR Bank gewechselt. Anders als bei den Bank-Azubis, die viele verschiedene Bereiche der Bank durchlaufen wird das meine feste Abteilung sein, in der ich hauptsächlich arbeiten werde. Wobei auch für mich Einsätze in Abteilungen wie der Baufinanzierung und dem Marketing auf dem Programm stehen.

 

Die erste Woche in der Immo-Abteilung begann mit der Vorstellung des achtköpfigen Teams, welches mich für die nächsten drei Jahre tatkräftig unterstützen wird. Mir wurden unter anderem unsere Geschäftsgebiete, Hilfen zur Wertermittlung von Immobilien und Vieles mehr gezeigt.
Das waren sehr viele Informationen in sehr kurzer Zeit. Anders gesagt: In den ersten paar Wochen hat der Kopf nach der Arbeit ordentlich "gebrummt".

 

Das hat sich aber schnell gegeben und schon früh lernte ich einen der wichtigsten Bestandteile dieses Ausbildungsberufs kennen - die Kommunikation mit unseren Kunden. Die findet am liebsten persönlich statt, wenn das nicht geht über das Telefon und unser Maklerprogramm.

Hier wurde ich in den ersten Wochen umfassend eingearbeitet, sodass ich anschließend selbstständig mit Kunden und Behörden kommunizieren konnte.

 

Schon ab der ersten Woche begleitete ich unsere Makler auf Besichtigungstermine, Übergaben und Notartermine. Es ist wichtig, schon möglichst früh am realen Geschehen teilzunehmen und die verschiedenen Vorgehensweisen der einzelnen Makler kennen zu lernen.

 

Anfang September begann dann auch der Berufsschulunterricht. Im Gegensatz zu den Bankkaufleuten habe ich den Unterricht nicht in Blöcken, sondern durchgehend zwei Mal wöchentlich. Das bringt einerseits natürlich noch mehr Abwechselung in die Woche, andererseits ist man dadurch an die üblichen Ferien gebunden. In der Berufsschule bin ich mit vielen anderen Auszubildenden aus einem großen Einzugsgebiet in einer Klasse. Nicht alle kommen aus dem Maklergeschäft. Viele arbeiten auch in Hausverwaltungen oder bei Projektentwicklern. Nachdem wir dort mehrere ausführliche Vorstellungsrunden hatten, begann der Unterricht. Die Hauptfächer in der Berufsschule umfassen zum einen wirtschaftswissenschaftlich orientierte Fächer mit Immobilienbezug und zum anderen buchhalterische Tätigkeiten wie Rechnungswesen. Darüber hinaus hatten wir das erste Halbjahr noch Unterricht im Fach „Business English“.

 

Im November ging es für mich in das Gebäudemanagement. Dort verwaltet die VR Bank unter anderem alle in Ihrem Besitz stehenden Objekte. Neben der Kommunikation mit Mietern, der Abrechnung von Betriebskosten und der Planung neuer Wohnkomplexe, standen auch eine Begehung mit einem Brandschutzbeauftragten, einem Innenausstatter und Filialbesuche zur technischen Fehlerbehebung an der Tagesordnung. Dazu habe ich –  unseren Kollegen aus der Haustechnik sei Dank – auch einige Einblicke ins Thema Heizungs- und Wärmetechnik bekommen.

 

Im neuen Jahr war es dann endlich soweit. Ich durfte mich an meinem ersten eigenen Objekt versuchen. Ich bekam eine Mietwohnung in Bergisch Gladbach-Frankenforst zugewiesen. Nachdem ich das Objekt ins Internet gestellt habe, ging es auch schon los. Keine zwei Minuten später meldeten sich schon die ersten Interessenten. In den kommenden Tagen erhielt ich rund 100 Anfragen, die alle abgearbeitet werden mussten. Ab da wurde mir richtig bewusst, wie enorm groß die oft angesprochene Nachfrage nach Wohnraum in Deutschland ist. In der darauffolgenden Woche hielt ich letztlich an zwei verschiedenen Tagen mehrere Besichtigungstermine, bei denen ich mit jeweils zwei Interessenten gleichzeitig die Wohnung besichtigte. Erstaunlicherweise haben sich nach dem Besichtigungstermin, entgegen der anfänglich hohen Nachfrage, nur drei Interessenten zurückgemeldet. Nachdem der Vermieter sich dann für eine Partei entschieden hat, wurde der Mietvertrag zwischen Vermieter und dem neuen Mieter unterzeichnet und die Übergabe vollzogen. Für das erste Mal hat das schon sehr gut geklappt. Um eine richtige Routine zu entwickeln, stehen dieses Jahr natürlich weitere Objekte in der Vermarktung an.

 

Rückblickend betrachtet waren die ersten sechs Monate für mich sehr ereignisreich. Ich habe sowohl viel über die Branche und die Vorgehensweise in der Immobilienvermarktung als auch über die VR Bank und deren genossenschaftliche Idee gelernt. Vor allem habe ich auch viele persönliche Erfahrungen gesammelt, die mich auch als Person weiter gebracht haben. In Zukunft werden noch spannende Zeiten auf mich zukommen. Das nächste Projekt wartet schon.